Programmakkreditierung

Ziele der Programmakkreditierung

Ein wichtiger Schritt in der deutschen Umsetzung des Bologna-Prozesses war die im Jahr 1998 gemeinsam von der Kultusministerkonferenz (KMK) und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) getroffene Entscheidung, für die neuen gestuften Studiengänge das Verfahren der Programmakkreditierung einzuführen. Seither ist die Akkreditierung in der Regel Voraussetzung für die staatliche Genehmigung von Bachelor- und Masterstudiengängen. Durch die Programm-akkreditierung sollen (a) die Qualität von Lehre und Studium gesichert und weiterentwickelt, (b) die Mobilität der Studierenden erhöht, (c) Studienabschlüsse international vergleichbarer gestaltet, (d) Studierenden, Arbeitgebern und Hochschulen die Orientierung über die neu eingeführten Bachelor- und Masterstudiengänge erleichtert und (e) die Transparenz der Studiengänge gesteigert werden. Neben der Qualität der Studiengänge wird auch die Einhaltung formaler Vorgaben der KMK und europäischer Standards überprüft.

Gegenstand der Programmakkreditierung

Das deutsche Akkreditierungssystem sieht vor, dass alle Bachelor- und Master-studiengänge einer Programm-akkreditierung unterzogen werden. Weisen mehrere Studiengänge eine hohe fachliche Affinität (bzw. disziplinäre Nähe) auf, können diese anstatt in Einzelverfahren auch im Rahmen einer Clusterakkreditierung akkreditiert werden. In Baden-Württemberg sind Bachelor- und Masterstudiengänge nach dem Landeshochschulgesetz (LHG) grundsätzlich durch eine anerkannte Einrichtung zu akkreditieren (vgl. LHG § 30 Abs. 3). Die Akkreditierung ist Voraussetzung für die ministerielle Genehmigung eines Studiengangs. Für die Einrichtung neuer Studiengänge ist zukünftig wieder eine erfolgreiche Vorab-/Konzeptakkreditierung erforderlich, da die Nutzung des Qualitätsleitfadens als Alternative zur Konzeptakkreditierung in Baden-Württemberg zum 30.9.2014 beendet wird. Für Masterstudiengänge, die im Rahmen des Masterausbau-Programms neu eingerichtet werden, gilt eine einjährige Ausnahme von der Akkreditierungsverpflichtung. D.h. die entsprechende Vorabakkreditierung von Masterstudiengängen, die im Zuge des Programms „Master 2016“ eingerichtet werden, muss spätestens ein Jahr nach Aufnahme des Studienbetriebs vorgelegt werden.

Ablauf des Verfahrens der Programmakkreditierung

Das Verfahren der Programmakkreditierung ist ein mehrstufiges Verfahren, das auf dem Peer-Review-Prinzip basiert. Im ersten Schritt erstellt die Hochschule eine umfassende Selbstdokumentation, die dazu dient, die zu akkreditierenden Studiengänge in ihren wesentlichen Grundzügen darzustellen. Dazu gehören insbesondere die Qualifikationsziele und das jeweilige Profil der Studiengänge, die an den Qualifikationszielen orientierten Studiengangskonzepte (Curriculum, Modularisierung, Zulassung etc.), die Studierbarkeit, das Prüfungssystem, die personelle, sächliche und räumliche Ausstattung sowie ein Konzept für nachhaltige Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Studiengänge.

Im zweiten Schritt erfolgt eine Vor-Ort-Begehung durch eine Gutachtergruppe. Diese setzt sich aus Fach-, Berufspraxis- und Studierendenvertretern zusammen und spiegelt sowohl die fachlich-inhaltliche Ausrichtung als auch das spezifische Profil der zu begutachtenden Studiengänge wider.

Hat ein Studiengang ein Akkreditierungsverfahren erfolgreich durchlaufen, erhält er eine auf fünf Jahre befristete Akkreditierung mit oder ohne Auflagen und trägt für den Zeitraum seiner Akkreditierung das Qualitätssiegel der Stiftung. Im Falle einer Reakkreditierung beträgt die Akkreditierungsfrist sieben Jahre.

Kriterien für die Akkreditierung von Studiengängen

  • Qualifikationsziele des Studiengangskonzeptes
  • Konzeptionelle Einordnung des Studiengangs in das Studiensystem
  • Studiengangskonzept
  • Studierbarkeit
  • Prüfungssystem
  • Studiengangsbezogene Kooperationen
  • Ausstattung
  • Transparenz und Dokumentation
  • Qualitätssicherung und Weiterentwicklung
  • Studiengänge mit besonderem Profilanspruch
  • Geschlechtergerechtigkeit und Chancengleichheit

Ausführliche Informationen und weitere Details zu den Kriterien der Programmakkreditierung finden Sie in den „Regeln für die Akkreditierung von Studiengängen und für die Systemakkreditierung“ (Beschluss des Akkreditierungsrates vom 8.12.2009, zuletzt geändert am 20.2.2013; Drs. AR 20/2013).

Weiterführende Informationen zum Thema Akkreditierung finden Sie auch im Intranet-Bereich des Qualitätsmanagements (QM).

Unterstützung durch das Qualitätsmanagement (QM)

Im Rahmen der Akkreditierungsverfahren an der Universität Mannheim unterstützt und berät das QM die Fakultäten bei der Vorbereitung und Durchführung der Programmakkreditierungen. Darüber hinaus dient das QM den Agenturen als Ansprechpartner und fungiert als Koordinator. Bei Fragen rund um das Thema Programmakkreditierung wenden Sie sich bitte an Herrn Daniel Lehnert.


Weitere Informationen zur Akkreditierung von Studiengängen und zu Akkreditierungsagenturen finden Sie auf den Webseiten des Akkreditierungsrates und auf unserer Downloadseite.