Systemakkreditierung

Gegenstand der Systemakkreditierung

Nach zehnjähriger Erfahrung mit der Programmakkreditierung wurde 2008 das Verfahren der Systemakkreditierung eingeführt. In diesem Verfahren werden die Qualität der Studiengänge und die Einhaltung formaler Vorgaben nicht mehr durch die Begutachtung der Studiengänge selbst überprüft. Vielmehr werden die hochschulinternen, auf Studium und Lehre gerichteten Steuerungs- und Qualitätssicherungs-systeme hinsichtlich ihrer Eignung und Wirksamkeit begutachtet, die Qualität der Studiengänge und die Einhaltung der formalen Vorgaben zu gewährleisten. Bei erfolgreicher Begutachtung führt dies zu deren Akkreditierung und gleichzeitig zur Akkreditierung der Studiengänge. Dies ist wichtig, da die Pflicht zur Akkreditierung der Studiengänge in den Landeshochschulgesetzen weiterhin besteht. Sie muss jedoch nicht mehr in der bisherigen Form der Programmakkreditierung durchgeführt werden.

„Gegenstand der Systemakkreditierung ist das interne Qualitätssicherungssystem einer Hochschule im Bereich von Studium und Lehre. Die für Lehre und Studium relevanten Strukturen und Prozesse werden darauf überprüft, ob sie das Erreichen der Qualifikationsziele und die hohe Qualität der Studiengänge gewährleisten, wobei die European Standards and Guidelines for Quality Assurance in Higher Education (ESG), die Vorgaben der Kultusministerkonferenz (KMK) und die Kriterien des Akkreditierungsrates Anwendung finden. Eine positive Systemakkreditierung bescheinigt der Hochschule, dass ihr Qualitätssicherungssystem im Bereich von Studium und Lehre geeignet ist, das Erreichen der Qualifikationsziele und die Qualitätsstandards ihrer Studiengänge zu gewährleisten. Studiengänge, die nach den Vorgaben des akkreditierten Systems eingerichtet werden oder bereits Gegenstand der internen Qualitätssicherung nach den Vorgaben des akkreditierten Systems waren, sind somit akkreditiert.“ (vgl. „Regeln für die Akkreditierung von Studiengängen und für die Systemakkreditierung“, Beschluss des Akkreditierungsrates vom 8.12.2009, zuletzt geändert am 20.2.2013; Drs. AR 20/2013)

Voraussetzungen für die Zulassung zur Systemakkreditierung

Die Systemakkreditierung stellt eine Ergänzung und Erweiterung des Akkreditierungs-systems dar. Grundsätzlich können Hochschulen selbst entscheiden, auf welchem Weg sie die Pflicht zur Akkreditierung der Studiengänge erfüllen: wie bisher durch einzelne Programmakkreditierungen (bzw. Clusterverfahren) oder durch eine Systemakkreditierung. Einen von beiden Wegen muss die Hochschule jedoch wählen.

Sollte sich die Hochschule zur Systemakkreditierung entschließen, muss sie für die Zulassung zum Verfahren folgende Voraussetzungen erfüllen: „Die Hochschule kann plausibel darlegen, dass sie im Bereich von Studium und Lehre ein hochschulweites Qualitätssicherungssystem nutzt, und kann nachweisen, dass mindestens ein Studiengang dieses System bereits durchlaufen hat. Für die Hochschule liegt keine negative Entscheidung in einem Verfahren der Systemakkreditierung aus den vorangegangenen zwei Jahren vor.“ (vgl. „Regeln für die Akkreditierung von Studiengängen und für die Systemakkreditierung“, Beschluss des Akkreditierungsrates vom 8.12.2009, zuletzt geändert am 20.2.2013; Drs. AR 20/2013)

Ablauf des Verfahrens der Systemakkreditierung

Die Hochschule nimmt mit einer für die Systemakkreditierung zugelassenen Agentur Kontakt auf und führt mit dieser ein Vorabgespräch zur Klärung der konkreten Anforderungen und Fristen. Nach Vertragsabschluss stellt die Hochschule einen Antrag auf Systemakkreditierung. Die Agentur führt eine Vorprüfung durch, in der sie feststellt, ob die Darstellung der internen Steuerungs- und Qualitätsmanagementsysteme und die Darstellung des internen Berichtssystems der Hochschule aussagekräftig sind. Wird die Hochschule zum Verfahren der Systemakkreditierung zugelassen, erarbeitet sie die vollständigen Antragsdokumentationen (Selbst-dokumentation) und reicht diese bei der Agentur ein.

Es folgen zwei Begehungen: Die erste Begehung dient vornehmlich der Information über die Hochschule und ihr Steuerungs- und Qualitätssicherungssystem (Systembegutachtung). Die Gutachter/innen überprüfen die vorgelegten Unterlagen hinsichtlich ihrer Vollständigkeit und entscheiden, ob und wenn ja welche Unterlagen die Hochschule für die zweite Begehung ergänzend vorlegen muss. Zudem verständigen sich die Gutachter/innen auf die Zusammenstellung der Stichproben. Im Rahmen der zweiten Begehung wird in den Stichproben anhand relevanter Merkmale der Studiengangs-gestaltung, der Durchführung von Studiengängen und der Qualitätssicherung untersucht, ob die im begutachteten System angestrebten Wirkungen auf Studiengangsebene tatsächlich eintreten und die Studiengänge somit den Kriterien für die Akkreditierung von Studiengängen und den Vorgaben der Kultusminister-konferenz sowie den landesspezifischen Vorgaben entsprechen.

Anschließend erfolgt die Gutachtenerstellung und der Abschluss des Verfahrens, indem die Agentur der Hochschule das Akkreditierungsergebnis mitteilt. Im Falle der erstmaligen Systemakkreditierung beträgt die Akkreditierungsfrist sechs Jahre, im Falle der Reakkreditierung acht Jahre.

Eine graphische Darstellung des Verfahrensablaufs der Systemakkreditierung finden Sie hier.

Kriterien für die Systemakkreditierung

  • Qualifikationsziele
  • Hochschulinterne Steuerung in Studium und Lehre
  • Hochschulinterne Qualitätssicherung
  • Berichtssystem und Datenerhebung
  • Zuständigkeiten
  • Dokumentation
  • Kooperationen

Ausführliche Informationen und weitere Details zu den Kriterien der Systemakkreditierung finden Sie in den „Regeln für die Akkreditierung von Studiengängen und für die Systemakkreditierung“ (Beschluss des Akkreditierungsrates vom 8.12.2009, zuletzt geändert am 20.2.2013; Drs. AR 20/2013).

Weiterführende Informationen zum Thema Akkreditierung finden Sie auch im Intranet-Bereich des Qualitätsmanagements (QM).

Unterstützung durch das Qualitätsmanagement (QM)

Bei Fragen rund um das Thema Systemakkreditierung wenden Sie sich bitte an Herrn Daniel Lehnert und Frau Dr. Simone Unger.

Außerdem finden Sie auf den Webseiten des Akkreditierungsrates und auf unserer Downloadseite weitere Informationen zur Systemakkreditierung und zu Akkreditierungsagenturen.